Heute ist meteorologischer Winteranfang. Also kein kalendarischer, der beginnt ja erst am 21.12. Ich finde das könnte man ruhig mal anpassen, also das der Jahreszeitenwechsel immer am 1. aller 3 Monate ist. 

Oder nicht? 

Lass uns das mal durchgehen: Ab 1. März fühlt sich doch schon alles wie Frühlingsanfang an und keiner will mehr das Wort Winter hören.

Dann der Sommer. Unsere Tochter beschwert sich immer, sie hätte so gerne im Sommer Geburtstag - hat sie ja auch, der 2. Juni ist für mich Sommer für sie nicht. Weil Sommeranfang ist erst am 21. Juni. Du würdest mir doch auch zustimmen, dass der Sommer ab dem 1. September gelaufen ist, oder? Die Tage werden kürzer, die Abende kühler, die Ferien sind meistens schon vorbei. Also könnte das doch ruhig mal angepasst werden.

Ja, jetzt werden einige sagen: “Das war doch schon immer so, warum soll man das denn ändern?” Ja, aber mal ehrlich, bloß weil es immer so gemacht wurde, heißt es ja nicht, das es gut ist?

Oder doch?

Wir wollen in unserem Leben viele Dinge optimieren, anpassen, zusammenfassen, perfektionieren, verbessern einfach vorteilhafter machen. Das betrifft viele Bereiche: Termine, Feste, Arbeit, Ehrenamt, Hausarbeit, Familie… die Reihe kannst Du bestimmt noch ein ganzes Stück fortführen.

Aber auf viele Dinge muss man einfach warten! Die würden so nicht funktionieren, wenn wir sie vorverlegen. Das beginnt mit simplen Sachen wie die Nudeln werden die nicht eher fertig werden, nur weil ich meine, die Kochzeit auf 5 Minuten verkürzen zu können; das Gemüse im Garten wächst nicht schneller, nur weil ich dran rumzupfe; ein Baby braucht die 9 Monate im Bauch der Mama, um einen optimalen Start ins Leben zu haben, das funktioniert nicht schon nach 4 Monaten Schwangerschaft. 

Es wird auch nicht eher Weihnachten, nur weil ich die Lämple und die Weihnachtsdeko schon im September aufstelle. Die meisten Dinge haben und brauchen ihre festgeschriebene Zeit. 

Wie erging es den Leuten vor über 2000 Jahren in Israel? 700 Jahre vor ihrer Zeit sprach Gott durch Jesaja: ”Darum wird euch der Herr ein Zeichen geben. Siehe eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären” (Jesaja 7,14).

Sie hatten eine Prophezeiung, wussten aber nicht, wann sie eintreffen wird, sie wussten nur, dass sie eintreffen wird.

Jesus kam nicht zu spät und auch nicht zu früh, er kam genau richtig, zu Gottes festgesetzten Termin. Die Leute sollten sich vorbereiten, auf das Kommen des Retters.

Und das sollen wir jetzt auch. Alles hat seine Zeit, und die braucht nicht nur der Salat im Garten oder die Nudeln im Topf - die brauchen auch wir. Wir brauchen diese Zeit jetzt, um uns auf Jesus Geburtstag vorzubereiten. Wir dürfen das ganz bewusst machen, ob nun still und alleine, mit einer Kerze und einer Andacht, oder gemeinsam im Gebet, oder laut, freudig und aufgeregt mit Liedern und Lobpreis. Egal wie, aber genieß die Wartezeit, freue Dich über diese Zeit die jetzt kommt.

Autor: Tina Glöckner